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Kurs mit Julie Hill-Simpson

Trotz eisiger Kälte trafen sich während vier Tagen etwa zwanzig Hündeler aller Klassen bei Schumi in Wünnewil zum Training mit Julie Hill-Simpson. Julie ist professionelle Schäferin und gehört zu den Top-Handlern in Grossbritannien. 2005 gewann sie im Brace das National. Sie ist auch die einzige Frau, die jemals das International gewinnen konnte (1996).

Für die Klassen zwei und drei fand am Montag und Dienstag ein zweitägiger und am Mittwoch ein eintägiger Kurs statt. Diejenigen Hundeführer mit Hunden der Klasse eins und ohne EP fanden sich am Donnerstag auf dem Trainingsfeld ein.

Jeder Teilnehmer konnte vor seiner Trainingseinheit seine Probleme erläutern. Nach dem kurzen Gespräch begann die praktische Arbeit an den Schafen. Julie beobachtete das Verhalten der Schafe, des Hundes und des Hundeführers und versuchte dann das Team mit praktischen Tipps zu unterstützen und somit deren Ausführungen zu verfeinern. Es war schon erstaunlich, mit welch kleinen Veränderungen man schon erhebliche Verbesserungen feststellen konnte. Bei den etwas hartnäckigeren „Klienten“ übernahm Julie gelegentlich selbst die Führung.

Es dauerte nicht lange, bis Julie den jeweiligen Hund analysiert hatte. Die Ursachen der meist kleinen Probleme waren immer schnell gefunden. Zum grossen Teil waren es weniger Probleme als vielmehr Missverständnisse zwischen Hund und Führer. Julie fiel auf, dass fast alle Unklarheiten auf eine nicht abgeschlossene Grundausbildung zurückzuführen sind. Sie fügte zudem an, dass man zu schnell zu viel erreichen will; wir haben zu sehr einen Hang zur Perfektion, so Julie. Darum wird auch versucht, den Hund dauernd zu kontrollieren. Das sei sehr schade, denn dadurch verbieten wir dem Hund selbstständig zu denken und zu arbeiten. In der Zeit, in dem versucht wird, den Hund ständig unter Kontrolle zu halten, wird der wichtigste Teil der ganzen Arbeit vergessen: die Schafe! Julie erwähnt, wie wichtig es ist, nicht den Hund, sondern die Schafe zu beobachten. Wenn wir die Schafe besser lesen können, wird es uns auch möglich sein, Reaktionen des Hundes zu verstehen. Um sich allerdings mehr auf die Schafe konzentrieren zu können, muss eine Vertrauensbasis zwischen Hund und Hundeführer vorhanden sein. Diese kann nur durch eine seriöse Ausbildung und einen guten Umgang erreicht werden.

Während den zwei Wochenenden, an denen Julie die Trials richtete, waren einige erstaunt über die Art der Punktvergabe. Sie bestrafte nicht einfach jegliche Abweichungen von der Ideallinie, sondern versuchte, das Verhalten des Hundes sowie die Überlegungen der Hundeführer auf bestimmte Reaktionen der Schafe zu berücksichtigen. Somit beurteilte sie unter anderem, wie man bestimmte Situationen möglichst logisch und praktisch zu bewältigen versuchte.
Wir hoffen, dass wir in Zukunft noch einige weitere lehrreiche Trainings mit Julie haben werden und bis dann ihre Inputs richtig einsetzten können.

Im Namen aller Teilnehmer möchten wir Julie ganz herzlich für ihren Einsatz danken! Nicht zuletzt möchten wir vor allem Ruth, Schumi und Ueli für ihre Gastfreundschaft danken; ganz speziell Ruth, welche für alle Teilnehmer jeweils ein super Mittagessen zauberte.


Rüedisbach, im Januar 2006
 
Sandra von Erlach & Andreas Schiess

 

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