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Ausbildungskurs mit Serge van der Zweep

Nach der bei frühlingshaftem Wetter abgehaltenen und von Serge gerichteten Prüfung in Wünnewil, stellten Ruth und Jürg Schumacher wiederum Land, Schafe und herrliche Verpflegung für einen 3-tägigen Kurs zur Verfügung. Der 1. Kurstag war für Klasse 2 + 3 Hunde und die beiden anderen für EP + Klasse 1 Niveau-Hunde.

Da Serge beim Richten am Wochenende gesehen hat, dass eine Anzahl von Teilnehmern ihre Punkte v.a. beim Shedding und dem Einpferchen verloren haben, waren dies auch die Hauptthemen des 1. Kurstages:

Beim Shedding und Einpferchen muss der Hund begriffen haben, um was es geht. Damit er das kann, müssen wir ein System haben, an das wir uns immer halten! Wenn wir’s mal so und das nächste mal anders versuchen, kann er unmöglich mitdenken und vorausschauen und es ist keine wirkliche Zusammenarbeit möglich. Die Arbeitsverteilung bei diesen beiden Aufgaben sollte 50 : 50 sein! Hund und Führer haben beim shedding je die Hälfte des Kreises um die Schafe zur Verfügung. Viele HF lassen aber nur den Hund arbeiten, anstatt dass sie sich auf ihrem Halbkreis auch bewegen! Je nach Art der Schafe müssen Hund und Führer unterschiedlich viel Druck auf die Schafe machen, um sie in der Balance zu halten: Zahme Schafe brauchen z.B. viel mehr Druck vom Menschen, als vom Hund. Bei scheuen aber hundegewohnten Schafen hingegen müssen wir weit weg bleiben und der Hund kann recht nahe kommen, etc. Solche Sachen muss man beim Annähern an die Schafe sofort einschätzen, sonst hat man vielleicht schon zu Beginn des Sheddings eine Gruppe Schafe, die so zusammenklebt, dass ein Lösen der Aufgabe fast unmöglich wird.

Zum Einpferchen ist es wichtig, dass man den Hund an jede beliebige Stelle bringen kann, d.h. Richtung und Tempo des flankierens müssen dem Hund mit der Stimmlage mitgeteilt werden.

Bei der hierzu gemachten Übung merkten einige von uns erst richtig, wie wenig wir uns der Tonlage unserer Kommandos bewusst sind. Dies ist aber genau das, was unserem Hund sagt, ob nun „links“ beispielsweise bedeutet, dass er schnell od. langsam, eng oder weit nasch links gehen soll.

Am 2. + 3. Kurstag ging es Serge darum, den Teilnehmern zu erklären und zu zeigen, wie wichtig es ist, den Hund gut unter Kontrolle zu haben. Er bediente sich dazu des Beispiels des Autofahrschülers, der am Anfang das Brems- und das Gaspedal noch nicht gut im Griff hat. Dies führt zu einer sehr holprigen Fahrweise. Je besser er lernt, im rechten Moment Gas zu geben od. zu bremsen, desto angenehmer und flüssiger wird die Fahrt.

Beim Autofahren, wie auch beim Arbeiten mit dem Hund, ist für Serge das Funktionieren der Bremse das Wichtigste. Wenn sie beim Auto nicht richtig funktioniert, sollte man sofort aussteigen und sie reparieren lassen. Ebenso sei es beim Hund. Ohne einen guten Stop könne man sehr schnell Probleme haben. Beim jungen Hund sei es wie beim Fahrschüler, er müsse öfters anhalten und wieder anfahren, um ein gewisses Manöver zu machen. Der routinierte Fahrer und der ausgebildete, erfahrene Hund jedoch, könne die gleichen Manöver flüssig und ohne Stops erledigen. Um einem jungen Hund zu zeigen, was wir von ihm möchten, haben wir unsere Position, unsere Körpersprache und unsere Stimme zur Verfügung. Wenn wir diese Hilfsmittel richtig einsetzen, kann der Hund gar nichts falsch machen. Wenn’s nicht klappt, stoppen wir den Hund und überlegen uns, was wir falsch gemacht haben. Serge konnte dies mit einer Übung am Pferch leicht beweisen. Manchmal genügte es z.B. die Position um einen einzigen Schritt zu verändern und schon „gehorchte“ der Hund perfekt! Diese Demonstrationen zeigten uns wieder einmal deutlich, dass sich nicht nur die Anfänger oft zu sehr auf den Hund konzentrieren, anstatt die Stellung der Schafe oder unsere eigene Position ebenso in das Geschehen einzubeziehen. Der Kurs hat sicher vielen Teilnehmern einige AHA-Erlebnisse beschert und ich möchte mich (sicher im Namen aller) herzlich bei Claudia Steiner für die Organisation und bei Ruth und Schumi für die optimalen Rahmenbedingungen und die Bewirtung bedanken.


Daniela Gerber-Mattli
 

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