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Kurs mit Simon Mosse, Ireland
17./18. Januar 2010

Kursteilnehmer verteilt auf 2 Tage:
Meli Helfer, Arnold Elser, Schmid Patrick, Astrid Bühlmann, Simone, Regula Roth, Anita Beutler, Monika Mosimann, Sonja, Daniela Gerber, Steffi Loepfe, Sandra

Am 17./18. Januar durften wir in Wünnewil am Kurs von Simon Mosse aus Irland teilnehmen.
Er hatte sowohl für Anfänger wie auch für fortgeschrittene Hundeführer und Hunde gute Tipps.


Simon ist besonders an den Anfängerhunden und deren Führern aufgefallen, dass wir unsere Hunde oft zu langsam arbeiten. Sobald dann aber die Schafe mal ins Rennen geraten, versetzt dies uns wie auch unsere Hunde in Panik, weil wir bis anhin alles so kontrolliert und ruhig hatten. Er rät daher, dass, wenn der junge Hund uns die Schafe bringt, wir es gar nicht soweit kommen lassen, dass die Schafe bei uns ankommen, sondern bevor die Schafe ganz bei uns sind, wir uns um einen Viertel drehen (also 90 Grad) und rückwärts seitlich weggehen. So geraten die Hunde nur kurz in Panik, können aber die Schafe nach einer Vierteldrehung schon wieder kontrollieren und sie wieder auf uns zutreiben. Sobald die Schafe in unsere Nähe kommen, machen wir wieder eine Vierteldrehung, usw. So können wir auch verhindern, dass unsere Hunde die Schafe an uns vorbeitreiben und dann sofort losstarten um die Schafe zu stoppen und wieder zu kontrollieren. Wir sollten die Hunde dabei möglichst nicht stoppen, sondern sie nach jeder Wendung selber wieder den Balancepunkt suchen lassen, bis sie realisieren, dass es keinen Grund zur Panik gibt und so kein Stress entsteht.

Wenn der Hund wieder hinter den Schafen ist, können wir jeweils versuchen, ihn mit einem Kommando, z.B. „Steady“, zu verlangsamen. So kann er trotzdem weiter arbeiten, denn mit einem Stopp würden wir dies verhindern. Simon ist der Meinung, dass ein gutes „Steady“ 90% aller Stopps ersetzt.

Er betonte auch immer wieder, dass unsere Arbeit mit dem Hund eine Teamarbeit sei, wo beide Teampartner Fehler machen können. Wir sollten also auch zu unseren Fehlern stehen können. Wenn z.B. der Hund ein Stopp- Kommando nicht befolgt, damit aber verhindert, dass wir die Schafe verlieren, sollten wir nicht auf Gehorsam bestehen. Wenn das Stoppen des Hundes aber wichtig ist, um unser Ziel zu erreichen, müssen wir darauf bestehen, dass er stoppt.
Wichtig ist auch, dass wir nicht aufgeben. Auch wenn wir Kommandi mehrere Male wiederholen müssen (immer kurz hintereinander, ohne zeitliche Unterbrüche!!), ist es wichtig, nicht aufzugeben, z.B. nach einer schnellen Flanke braucht es oft 2 Platzkommandi, das erste ist lediglich um das Tempo zu reduzieren und das zweite ist dann der Stopp. Die Stimme kann momentan lauter werden, bis wir eine deutliche Reaktion im Hund sehen. Dies muss aber nachher wieder abnehmen.

Simon betont auch, dass, wenn wir die Kommandi als eine Hilfe für den Hund bezeichnen, wir die Emotionen eher aus dem Spiel lassen können.
Diese Basisübungen kommen dann auch beim fortgeschrittenen Hund und dessen Führer zum Tragen.
Simon findet es sehr hilfreich (auch beim fortgeschrittenen Hund), wenn man den Hund bei seinen Bewegungen stimmlich begleitet ,d.h. ihn mit der entsprechenden Stimmlage warnt, bestätigt, unterstützt oder korrigiert. So weiss der Hund immer woran er ist, und macht keine Fehler aus lauter Unsicherheit.

Dieses verbale Begleiten der Hunde hat z.B. bei eng laufenden Hunden den Vorteil, dass die Hunde gar nicht mehr so geneigt sind, eng zu laufen. Wir senden sie z. B. auf einen Outrun, korrigieren den Radius früh und nachher begleiten wir den Hund mit ruhiger Stimme, bis er hinter den Schafen ankommt. So reagieren wir früh und wir brechen auch den Kontakt mit dem Hund nicht ab. Die Stimme ist nach anfänglicher Korrektur dann ruhig und tragend, denn je aggressiver die Stimme, desto hektischer die Reaktion des Hundes.

So gelang es vielen Teilnehmern, ihre Hunde hinter den Schafen auf Distanz zu halten und zu stoppen. Simon verlangte, dass man den Hund die Schafe andrücken lässt, aber sobald sie sich bewegen, den Hund sofort wieder stoppt. So wird dann das Flankieren auf dem Fetch viel einfacher, da wir nun genügend Distanz zwischen Hund und Schafen haben.

Eigentlich alles logisch und wir haben dies bestimmt auch schon etliche Male gehört. Nur haben wir oft energisch und panisch mit unserer Stimme reagiert, um krampfhaft die Hunde auf Distanz zu halten, und nie daran gedacht, unsere Hunde auch auf dem Fetch verbal zu begleiten. Wenn der Hund schön und offen flankiert hinter den Schafen, ist auch das Kommando begleitend ruhig, so dass der Hund weiss, dass wir mit ihm einverstanden sind. Wenn er falsch flankiert, dann hört er schon stimmlich eine Korrektur, aber beim geringsten Versuch des Hundes sich zu weiten, kommt sofort wieder die ruhige, befürwortende Stimme, die den Hund in seinem Handeln unterstützt.

Auch auf dem Fetch, hielten wir die Hunde auf genügend Distanz zu den Schafen, so dass der Hund die Schafe in Ruhe kontrollieren konnte und wir somit den Hund kontrollieren konnten.

Dies wiederum führte dazu, dass die meisten von uns sehen konnten, dass wir die Hunde oft weit überflankieren lassen, in der guten Absicht, eine Linie halten zu können. In dem wir den Hund überflankieren, verliert er Kontrolle über die Schafe, flankiert seinerseits wieder zurück und wir kämpfen bereits. Ein Kampf ist nichts Gutes für eine Partnerschaft und dies sollten wir eigentlich wissen. Wir sollten daher, wenn uns auf dem Fetch die Schafe nach links abdriften, den Hund schon links flankieren, aber in den meisten Fällen nicht weiter als die Hälfte der Distanz, die wir für richtig empfinden, da wir sonst bereits wieder nach rechts schwappen. Dies verhindert auch, dass der Hund Kontrolle verliert.

Es waren zwei interessante Tage mit Simon Mosse und wir werden nun alle versuchen, das Gelernte in die Praxis umzusetzen.

Wir danken Sandra für die Organisation und Schumi für das zur Verfügung stellen der Schafe und des Geländes!

Steffi Loepfe

 

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