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Kurs mit Pierre Frick

Beobachtungen zur Arbeit mit Herdengebrauchshunden während meines Aufenthalts in der Schweiz

Anfangs März wurde ich eingeladen, vier Trials zu richten und drei Kurstage abzuhalten.

Ich war positiv überrascht von der guten Qualität der Hunde. Es waren durchgehend arbeitswillige, intensive Hunde mit relativ starkem Auge. Dies sind Vorteile, die aber auch viel Einsatz vom Hundeführer fordern.

Die Trials in Klasse 1 und 2 waren gut. Die Schafe waren gut, sie reagierten gut auf die Hunde, verlangten aber gleichwohl ein klares Arbeiten von Hund und Führer.

Der Schlusserfolg eines Trials ist jeweils stark geprägt von den ersten 20 Metern des Einholens und der Uebernahme. Als Richter sehe ich daher gerne einen ralativ grossen Abstand zwischen Hund und Schafen bei Beginn der Uebernahme, sowie eine merkbare Temporeduktion vor der Uebernahme. Für das Bereitstellen der Schafe sollte man zudem die besten zur Verfügung stehenden Hunde einsetzen, damit die Schafe möglichst ruhig am Startplatz eintreffen und gehalten werden. Wenig oder kein Kraftfutter ermöglicht dem Richter eher, die Schlussphase des Einholens und der Uebernahme korrekt zu beurteilen, da die Schafe früher auf die losgeschickten Hunde reagieren. Es ist mir auch aufgefallen, dass während des Treibens oder Einpferchens viele Hundeführer anstelle der Schafe die Hunde beobachten, so dass die Führer mit ihren Befehlen häufig zwei bis drei Sekunden zu spät sind und demzufolge hart und schnell korrigieren müssen, was Stress und unruhige Arbeit mit sich bringt.

Die Trials in der Klasse 3 waren schwierig. Eine kalte Bise machte, dass die Hunde die Befehle nicht hören konnten oder aber vielleicht auch nicht hören wollten. Es gelang nur wenigen Führern, ihre Hunde auch auf grosse Distanz zu steuern, und somit viele das Bringtor verpassten (Gehorsam contra Zusammenarbeit?). Das Quertreiben war lang (beinahe EM-Länge). In Schweden haben wir festgestellt, dass eine Verlängerung des Quertreibens um 50 Meter bedeutend grössere Anforderungen an Hund und Führer stellt, als zusätzliche 100 Meter Einholen. Die Schafe waren ebenfalls ausschlaggebend, da sie jede Gelegenheit ausnutzten, um ihren eigenen Weg zu gehen. Schön wars, aber KALT!

Während den Kurstagen versuchte ich die Teilnehmer davon zu überzeugen, dass Zusammenarbeit und ein klares STOP-Kommando Grundvoraussetzungen sind, um überhaupt einen Hund bei der Arbeit mit Tieren gebrauchen zu können. Wir diskutierten auch die „Feldweibelstimme“, die zum Teil benutzt wird, um dem Hund Befehle zu erteilt. Dies bewirkt oft, dass alles noch schneller und gehetzter geht. Wir diskutierten auch über die Wichtigkeit der Konsequenz als Basis für gute Zusammenarbeit. Es war eine Freude zu beobachten, dass gegen Abend die Hundeführer bereits einige Fehler korrigieren konnten.

Es waren schöne und interessante Tage. Ich machte neue Erfahrungen und habe auch einige Details beobachtet, die ich gerne mit nach Hause nahm, um sie hier anzuwenden.

Es muss eine Freude sein, Trials zu organisieren, wenn soviele Mitglieder mitarbeiten und dazu beitragen, dass eine so gute Stimmung auf dem Platz herrscht. Die gute Stimmung unter den Besuchern, die perfekte Organisation rund ums Schaf und das sportliche Auftreten der Teilnehmer wird mir in guter Erinnerung bleiben.

Pierre Frick
 

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