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3-Tageskurs in Wünnewil vom 22. bis 24. Mai 2007

Lehrreiche Tage mit Dan Morrissey

Der Anfänger-Kurs mit Dan Morrissey war meine letzte Hoffnung, aus meiner Chess einen brauchbaren Hütehund zu machen. Ich war sehr gespannt, ob Dan meine zwangsläufig hohen Erwartungen erfüllen wird.

Damit wir das abgehandelt haben gleich vorweg: Wir hatten strahlenden Sonnenschein bei heissen Temperaturen, ein super Gelände bei Schumi und feines Essen von Ruth. Abgenommen habe ich überhaupt nicht, zumal das Essen einfach zu gut war und Dan Morrissey von Anfang an darauf beharrte, dass wir uns nicht zuviel bewegen oder höchstens mal gerade auf den Hund zugingen. Schliesslich will der Hund die Schafe bewegen und wir den Hund.

Gar nicht so einfach, stellten wir Teilnehmer/innen (Ariane Faucillon, Sonja Gosteli, Corinne Hartmann, Regula Roth und Peter Wenzin) fest. Man ist halt gewohnt, dauernd dem Hund nachzurennen. Doch so weiss der Hund nie genau, wo wir sind. Er findet den Balancepunkt nicht und es verwirrt ihn. Erst recht, wenn man ein eher unerfahrener Hundeführer ist und sowieso noch genug andere Fehler macht.

Unerlässliche Notbremse
Dan ist der Meinung, dass der Hund auf jeden Fall und jederzeit das Stoppkommando kennen und annehmen muss. Bevor er dies nicht aus der Nähe kann, trainiert man auch nicht aus Distanz. Funktioniert die „Notbremse“, eröffnen sich zahlreiche Trainingsmöglichkeiten oder auch der Neubeginn einer Übung. Also probten wir erst mal diesen zuverlässigen Stopp. Einige Teams erst am Round Pen, andere bereits an freien Schafen. Stoppt der Hund nicht, rennt Dan nicht auf den Hund zu, sondern baut mit der Stimme und der Körperhaltung starken Druck auf. Überhaupt bewegt Dan die Hunde mit Stimmvariationen und durch ruhige Körpersprache. Kein Herumschreien, kein Herumfuchteln.

Eine Übung, die bei allen gut angekommen ist und mir persönlich sehr eingeleuchtet hat ist, dem Hund ein „raus“-Kommando zu geben (muss unter Umständen erst in der Nähe geübt werden) und dabei Druck aufzubauen. Dreht er den Kopf von den Schafen weg, kommt sofort das Richtungskommando. Dies funktioniert auch (oder vor allem) beim Beginn eines Outruns. In Kombination mit einem zuverlässigen Stopp (falls der Hund zu früh eindreht), ist so bald einmal ein guter Outrun möglich.

Keine Fehler machen lassen
Da der Kurs für Anfängerhunde ausgeschrieben war, ging Dan auch in der Theorie stark auf mögliche Anfängerfehler ein. Grundsätzlich ist er der Meinung, dass man den Hund keine Fehler machen lassen soll. Neigt er dazu, in die Schafe rein zu knallen, muss ihm unmissverständlich klar gemacht werden, dass dies nicht erwünscht ist. Man soll zudem in sehr kleinen Schritten vorwärts gehen, damit die Situation nie ausser Kontrolle gerät. Laut Dan haben die meisten Hunde das gleiche Problem: sie sind zu nah an den Schafen. Die nötige Distanz wird zuerst am Round Pen trainiert. Klappt das, geht man mit dem Hund an die freien Schafe und lässt ihn flankieren, ohne dass sich die Schafe bewegen.

Bei allen Teilnehmern waren nach 3 Tagen deutliche Fortschritte zu sehen. Meine grosse Hoffnung hat sich erfüllt. Nach zwei Trainings bei Schumi und den drei Tagen bei Dan Morrissey kann ich mit Chess stressfrei arbeiten. Wir haben noch einen langen Weg vor uns, weil sich ihr schlechtes Muster stark festgesetzt hat, doch ich sehe ein Licht am Ende des düsteren „Hüte-Tunnels“. Herzlichen Dank an Dan Morrissey für seine lehrreichen Tipps, an Ruth Schumacher für die gastliche Bewirtung sowie an Jürg Schumacher für das zur Verfügung stellen seiner Weide und natürlich seine Gratis-Unterhaltung.

Corinne Hartmann Boborodea

 

Erfolg nach drei Tagen:

Speedy von Sonja: mehr Abstand zu den Schafen, aus Distanz gut lenkbar, nahm Kommandos von Sonja ab, ohne die Arbeit zu verweigern.

Coon von Regula: flexibler an den Schafen, arbeitete gelöster

Morgay von Ariane: mehr Distanz zu den Schafen, deutlich weniger nervös, lenkbar, schoss kaum mehr in die Schafe

Holly von Peter: sehr grosse Distanz zu den Schafen, nahm Richtungskommandos gut an.

Chess von Corinne: viel ruhiger, mehr Abstand zu den Schafen, “lenkbar”, machte einen 80m-Outrun


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