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Kurs mit John Griffith vom 1./2. Nov. 08

Noch liegt Bachs in Nebel gehüllt, als ich die Schafe von der Weide hole, um sie für den Kurs bereitzustellen. Anita Ruder aus Bachs ZH hat sich die Mühe gemacht, John Griffith aus Wales GB für ein Wochenendseminar einzuladen.

John Griffith bildet, seit er 19 Jahre alt ist, Border Collies für die Hütearbeit an Schafen aus. Er ist mehrfacher Brace Champion und regelmässiges Mitglied des walisischen Teams beim Supreme Championship in GB.

Die kleine Gruppe von sechs Teilnehmern mit Ihren Hunden und wenigen Zuschauern treffen langsam ein. Nach einer kurzen Einleitung beginnen wir um 9 Uhr mit der praktischen Arbeit.

Erst unterbreitet jeder seine ungelösten Probleme und Sorgen und führt diese auch gleich vor. John Griffith stellt schnell fest, dass fast allen vor allem Basisübungen wieder gut tun würden. Diese lösen viele Probleme fast von selber.

Er legt viel Wert auf einen flexiblen und gehorsamen Hund. Die Flexibilität der Hunde auf den Flanken und Outruns sei für Trials das A & O. Und so arbeiten alle zuerst an den Flankenübungen. Dabei ist John wichtig, die Hunde rauszuziehen und nicht etwa rauszudrücken. Die Hunde werden recht lange um die Schafgruppe flankiert, ohne sie zu stoppen. Trotz sichtbarer Ermüdung der Hund zeigt sich zu unserem Erstaunen ein Weiterwerden der Flanken.

Dank der kleinen Gruppe von Teilnehmern kommen die meisten bereits vor dem Mittagessen ein zweites Mal an die Reihe.

Nun arbeiten wir auf dem offenen Feld und haben die Möglichkeit, Outruns und Treiben auf Distanz zu trainieren. Schon beim ersten Team wird klar, auf was John bei Outruns achtet. Bevor der Hund überhaupt losgeschickt wird, soll er zuerst nach den Schafen Ausschau halten. Erst wenn der Hund zeigt, dass er die Schafe erspäht hat, wird ihm das Kommando erteilt.

Kaum losgeschickt, müssen die meisten Hunde schon nach den ersten Metern, zum Erstaunen von uns allen, wieder anhalten. John erklärt, dass der Hund im Kopf die Schafe nicht losgelassen hat und somit einerseits einen zu direkten Weg wähle und andererseits nicht genügend flexibel und somit steuerbar ist. Um dieses Problem anzugehen, wird der Hund vereinfacht gesagt, hinter dem Handler rausgeschickt und wieder angesetzt. Gibt er mental nicht nach, so wird er nach rechts und links hin und her flankiert und dazwischen immer wieder zurückgeschickt bis er sich anbietet loszulassen.

Der Outrun wird von John meist auch nicht mit einem Bringen der Schafe abgeschlossen. Oft werden die Hunde weiter um die Schafe flankiert und entweder seitlich gestoppt oder gar erst auf der Linie zwischen Handler und Schafen abgelegt. Und auch da lässt er den Hund immer im Ungewissen, was als nächstes kommt. Den Ideen sind fast keine Grenzen gesetzt.

Nach gemütlichem Mittagessen nehmen wir weitere Übungen in Angriff und vertiefen das vorher Geübte. Die Teams zeigen bereits Fortschritte, aber auch erste Ermüdungserscheinungen. Schliesslich fahren wir mit vielen Ideen und Gedanken nach Hause.

In neuer Frische treffen am Sonntagmorgen schliesslich alle wieder in Bachs ein. Der Nebel, welcher sich am Samstag kaum verzogen hatte, zeigte sich heute etwas lockerer. Auf unserem Outrunfeld ist die Sicht nun auf volle Distanz klar und die Temperatur fühlt sich auch angenehmer an.

Alle beschliessen wieder auf dem grossen Feld zu arbeiten. Bereits am Vortag hat uns John darauf aufmerksam gemacht, dass die Pfeiffkommandos klar, kurz und prägnant sein sollen. Auch heute zeigt er uns anhand von unpräzisen Kommandopfiffen, wie Hunde teilweise falsch oder gar nicht reagieren.

Als Auflockerung zwischen der vielen Distanzarbeit, trainieren zwei Teilnehmer mit ihren Junghunden an Einführungsübungen mit John. Er erklärt und zeigt, wie er die ersten Flankenübungen einführt und den Hund schrittweise weiter macht.

Schliesslich runden wir am Nachmittag den Kurs mit einem Fun Trial ab. Dieser ist in etwa auf einem Klasse II Niveau ohne Shedding. Nicht allen Teams läuft der Run gleich flüssig. Zum einen sind die Hunde ziemlich müde und zum anderen benehmen sich nicht alle Schafgruppen gleich frisch und kooperativ. Doch „kämpfen“ sich alle tapfer durch und haben Spass dabei. Den Kurs runden wir am Ende mit gemütlichem Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen und viel Gesprächsstoff ab.

Anita möchte ich hiermit herzlich für die Durchführung des Kurses danken. Auch allen Helfern, die sich zur Verfügung gestellt haben, gebührt grosser Dank. Und last but not least danke ich John Griffith für sein Kommen und seine Bemühungen uns alle weiter zu bringen.

Raphi Hischier

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